Texas: Land der Wurfschlingen und Cowboys Print
City & Culture - Museums & History
Written by Master admin   
Monday, 22 March 2010 12:27

Wenn Texas Ranger Walker - alias Chuck Norris -, in Dallas und Umgebung "bösen Buben" nachstellt, dann benutzt er nicht nur, wie bei modernen Polizeieinheiten üblich,(s)eine Schusswaffe, sondern auch schon einmal ein Lasso, mit dem er den Flüchtenden kurzerhand einfängt. Tatsächlich sind die Staaten im Allgemeinen und Texas im Besonderen ein Gebiet, das von vielen nahezu automatisch mit den Würfschlingen verknüpft wird.


Freilich kannten viele Reitervölker, wie die Hunnen, lederne Lassos, mit denen sie Tiere einfingen oder aber - im Krieg - Reiter und Fußvolk zu Boden gerissen und dann auch zu Tode geschleift haben ...


Tatsächlich gehen die Forscher heute davon aus, dass Wurfschlingen ursprünglich in den Steppen Osteuropas und Asiens entwickelt und konzipiert wurden, und erst viel später - wie die Pferde auch (!) -, mit den Spaniern nach Amerika gelangt sind. Vermutlich gerieten Lassos mit dem Rückzug der europäischen Eroberer in den Staaten sogar in Vergessenheit. Bis sie, als man den Nutzen der inzwischen zu Mustangs verwilderten Streitrösser der Spanier entdeckte, als Einfanghilfe für Pferde und Rinder wieder aktuell wurden! Ob das Lasso (m)eher zum Kriegführen oder als verlängerter Arm reitender Hirten - sprich: zum Einfangen und Bändigen von Tieren -, konzipiert wurde, darüber kann natürlich nur spekuliert werden. Auf jeden Fall leitet such der Begriff aus dem Spanischen "lazo" (= Schnur) ab.


Typisch war und ist die sich selbst zuziehende Schlinge am Ende des Seils, während das Material, aus dem ein Lasso geflochten wird, höchst unterschiedlich ist. Früher wurde ein Lasso - so sehen wir es ja auch in jedem Western - aus Hanfseilen oder Lederriemen gedreht, während moderne Hirtenvölker, wie die Samen, heute auch Kunststoffschlingen einsetzen. Natürlich muss fleißig geübt werden, und so sehen wir immer wieder Kinder, auch Mädchen, die sich damit (um die Rentiere nicht unnötig rebellisch zu machen) gegenseitig einfangen ...


Rinder wurden und werden dagegen in der Regel bei den Hörnern, Pferde an den Hufen oder dem Hals gepackt: Wann immer möglich, arbeiten beim Viehfang zwei Cowboys Hand in Hand: Der eine packt den Stier sprichwörtlich (wenn auch mit dem Lasso) an den Hörnern, während der zweite zum Beinwurf ansetzt! Dabei entstehen - zwangsläufig - enorme Zugkräfte an dem Lasso, so dass man echte Cowboys meist an ihren schwieligen Händen erkennt! Natürlich können wir "getrost" davon ausgehen, dass Lassos auch als Fesselschlingen (für Mensch wie Tier) oder - wer kennt es nicht aus dem Western ? -, auch als Henkersschlinge bei der nicht unüblichen Schnelljustiz benutzt wurden. Schließlich kannte man bei Vieh- und vor allem Pferdediebstahl kein Pardon.

Lasso, Cowboy


Heute finden wir nicht nur in Westernläden, sondern auch in zahlreichen Internet-Stores Lassos in allen Qualitätsstufen und Preisen, als Kinder-Lasso über Lasso-Schnäppchen bis hin zum Original Rope Lasso - ein nettes Andenken an die Reise in die Staaten.